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Partnertreffen  BN Otterfing – BUND Thalheim 2016 Vom 22.-25.September 2016 Donnerstag, 22.09.2016 In diesem Jahr hat das Treffen mit unseren Thalheimer Freunden vom BUND  südlich von Chemnitz in einer malerischen Landschaft am Eingang zum Erzgebirge stattgefunden. Bei herrlichem Spätsommerwetter fuhren wir  am Donnerstag  mit dem Auto über Regensburg, mit Mittagspause beim Bräuwirt in Weiden nach Chemnitz. Von dort aus ging es auf Landstraßen in reizvoller hügeliger Landschaft  nach Amtsberg zu unserem Quartier dem Hotel „Villa Wilisch“. Vor dem Abendessen hatten wir noch genügend Zeit für eine kurze Wanderung in der näheren Umgebung. Der Rest des ersten Abends stand ganz im Zeichen des Wiedersehens und einem umfangreichen Erfahrungsaustausch. Freitag, 23.09.2016 Am Freitag fuhren wir zunächst nach Erdmannsdorf am Fluß  Zschopau und von dort mit der Standseilbahn auf den Schellenberg zur Stadt Augustusburg und dem gleichnamigen Jagdschloss. Der Schellenberg ist ein erloschener Vulkan und bietet einen weiten Blick über das Erzgebirge. Kurfürst August hat mit dem Bau seines Schlosses Augustusburg nicht nur ein repräsentatives Domizil für seine Jagdausflüge geschaffen, sondern auch seine führende Stellung in der Region untermauert. Er beauftragte anno 1567 Hieronymus Lotter, die schon existierenden Baupläne auf dem Schellenberg in die Tat umzusetzen, sobald die dortige Burgruine komplett abgetragen war. Der Grundriss des Schlosses ist quadratisch, an dessen vier Ecken mächtige Gebäude stehen und  mit Zwischengebäuden an den vier Seiten verbunden sind. Prächtige Eingangstore Bild02/03 sind an der Nord- und Südseite eingebaut. Im ersten Bauabschnitt 1568 entstand das Sommerhaus mit vollständig gedecktem Dach. Die drei restlichen Eckhäuser Hasen-, Linden- und Küchenhaus und die Schlosskirche wurden im Folgejahr errichtet. Die festliche Einweihung der Schloss Augustusburg fand am 30. Januar 1572 statt. Heute beherbergt das Schloss neben Gaststätten und einer Jugendherberge, ein Motorradmuseum, ein Kutschenmuseum sowie ein Museum für Jagdtiere und Vogelkunde. Die Linde an der Nordostecke des Schlosses  ist eine der ältesten Linden Sachsens und wurde 1421 gepflanzt. Der Legende nach wurde die Linde von einem Verurteilten gepflanzt, der gesagt haben soll: „Ich pflanze diese Linde auf dem Kopfe ein. Wenn die Linde dennoch austreibt und wächst, ist meine Unschuld bewiesen“.  Wie prophezeit, kam es und der beeindruckende Baum wächst heute noch. In der Nähe der Linde befindet sich eine sehenswerte Greifvogelstation mit täglich  stattfindenden Flugvorführungen. Weißkopfseeadler, Falken, Bussard, Uhu und andere Greifvögel umkreisen die Burg und vollführen tollkühne Anflüge  über den Köpfen der Zuschauer hinweg und landen zielsicher auf den Armen des Falkners und seiner Assistentin um dort ihr Belohnung in Empfang zu nehmen. Nach dem Mittagessen in der Schlossgaststätte konnte jeder noch seine persönliche Fotorunde machen, bevor wir uns zur Schlossführung wieder trafen. An Hand eines  großen Modells des Schlosses wurde die Bedeutung  der einzelnen  Gebäude erklärt. Jedes der vier Eckgebäude hatte seine besondere Bestimmung: Kurfürstliche  Schlaf- und Wohnräume, Räume für viele Gäste- und alle Bedienstete und die vielen Wirtschaftsräume. Die Kirche im östlichen Verbindungsgebäude des Schloss ist heute die größte protestantische Schlosskirche Sachsens. Lukas Cranach der Jüngere malte das Altargemälde der beeindruckenden Schlosskirche. Der berühmte Künstler der damaligen Zeit stellt hier den Kurfürsten August und seine Familie dar mit all seinen 14 Kindern. Nach vielen erfolglosen Versuchen, Wasser auf den Schlossberg zu bringen, wurde vom Freiberger Bergmeister Hans Planer 1568 bis 1577 ein Brunnen in den Fels geschlagen. Es war eine beschwerliche Arbeit den 130 m tiefen Brunnen in den Fels zu treiben. Da der Schellenberg vulkanischen Ursprungs ist, ist dieser naturgemäß aus sehr hartem Gestein. Mit einfachsten Mitteln dauerte es ganze 7 Jahre, bis man den Brunnen fertiggestellt hatte. Tagtäglich wurden nur 3-4 cm des Gesteins abgetragen. Zum Einsatz kamen zunächst Bergleute und später Wilddiebe, die Tag für Tag als Bestrafung den Brunnen ausgraben mussten und – abgesehen vom sonntäglichen Gottesdienst – die Grabungsstätte nicht verlassen durften. Nach  der Fertigstellung des Brunnens baute man das Brunnenhaus mit einer mächtigen Hebevorrichtung die mit zwei Ochsen betrieben wurde und das wohlschmeckende, mineralhaltige Wasser in großen Holzfässern nach oben förderte. Rund 12 000 Liter wurden Tag für Tag benötigt, um die Pferde in den Stallungen mit Wasser zu versorgen, der Küche genügend Wasser zum Kochen bereitzustellen und die Bäder im Fürstenhaus mit Wasser zu versorgen. Am Ende des Besuchs auf der Augustusburg,  wanderten wir auf einem schön angelegten Naturlehrpfad mit vielen reizvollen Ausblicken zur Talstation.Ein hügelige und abwechslungreiche Landschaft mit Wiesen, Feldern, Weiden und herbstlichen Mischwäldern und im Talgrund der Fluß Zschopau. Nach dem Abendessen haben unsere Thalheimer Freunde mit einer großen Bilderschau wieder viele schöne Erinnerungen an viele frühere Treffen lebendig werden lassen. Samstag, 24.09.2016 Wieder ein strahlender Sonnentag und gleich nach dem Frühstück brachen wir auf zu einer Tageswanderung zur Burg Scharfenstein. Die Wanderroute führte durch lichte Waldwege, mittlere Anstiege und auf den Höhen sonnige Wege an Feld- und Waldrändern. Nach gut 2 stündiger Wanderung erreichten wir die Burg Scharfenstein,  auf einem Bergsporn hoch über dem Zschopautal. Sie wurde um 1250 im Zuge der Besiedlung des Erzgebirges von den Herren von Waldenburg erbaut, nachdem dort Silbererze entdeckt wurden. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte, vor allem im 20.Jahrhundert,  ist sie heute im Besitz der Sächsischen Schlösserverwaltung und beherbergt ein Weihnachts- und Spielzeugmuseum, Schauwerkstätten und eine gemütliche Burgschenke. Auf der sonnigen  Aussichtsterrasse  waren zu unserer großen Überraschung  blaue Sonnenschirme aufgespannt, mit der Aufschrift  „Augustiner Bräu München“. Die Erklärung dafür fanden wir auch gleich an hervor gehobener Stelle in der Speisekarte. Nach 1990 mussten die gastronomischen Einrichtungen in der Burg vollständig erneuert werden. Nach entsprechenden Ausschreibungen war nur die Augustiner-Brauerei bereit eine auf Jahrzehnte angelegte Refinanzierung zu ermöglichen. Hervorgehoben wird, dass die Augustiner-Braurei die älteste Brauerei in München ist, eine Privatbrauerei ist, viele Auszeichnungen erhalten hat und  die Philosophie vertritt, die beste Werbung ein qualitativ hochwertiges  Bier ist Wie gut es schmeckt sieht man den Organisatioren unseres Treffens Bernd Birkigt, Bürgermeister von Oelsnitz und Peggy Toth Vorsitzende der BUND Ortsgruppe Thalheim an. Nach einem ausgedehnten  Mittagessen erwartete uns eine außergewöhnliche und sehr interessante Burgführung. Ein echter Erzgebirgler in der Rolle des „Karl Stülpner“  begrüßte uns in ausgeprägtem Sächsisch, was natürlich unsere volle  Aufmerksamkeit erforderte. Wie kein anderer Ort verbindet die Burg Scharfenstein Mythos und Magie des Erzgebirges. Bei der Führung mit dem historischen „Karl Stülpner“ geht es nicht nur um die Geschichte der Burg Scharfenstein, sondern auch um das Leben im Erzgebirge zu früheren Zeiten. Der echte Karl Stülpner wird 1762 in diesem kleinen Dorf im Erzgebirge geboren. In der Straße "Zum Gänsewinkel" verbringt er den Großteil seiner Jugend. Aber auch als Erwachsener wird er mit seiner Wildererbeute immer wieder hierher zurückkehren, um sich um seine alte Mutter zu kümmern, aber auch wegen seiner großen Liebe. Keine ungefährliche Verbindung, denn Christiane Wolf ist die Tochter des Ortsrichters Johann Christian Wolf. Es gab zwischen der erzgebirgischen Bevölkerung und Karl Stülpner eine stillschweigende Abmachung: "Ihr lasst mich in Ruhe und ich lass euch auch in Ruhe. Ich schieße das Wild weg, das eure Felder vernichtet. Ich liefere auch hier und da mal Fleisch." Das war ja ganz knapp. Die Wirtschaft war nicht so ertragreich, dass man sich eine große Viehhaltung leisten konnte. Das wurde erst durch den Anbau der Kartoffel anders. Vorher aß man Grütze, Fleisch haben die Wildschützen gelegentlich geliefert. Am 14. September 1841 stirbt Karl Stülpner in seinem Geburtsort. Die Burg Scharfenstein beherbergt mit dem „Weihnachts- und Spielzeugmuseum“ eine der bedeutendsten Sammlungen erzgebirgischer Volkskunst. Besucher können historische Nussknacker, Räuchermännchen, Weihnachtspyramiden, Engel und Bergmänner bestaunen und die erzgebirgische „Sehnsucht nach dem Licht“ nachempfinden. Der erzgebirgische Nussknacker ist nie ein „Armer“. Das ist entweder ein Polizist oder ein Förster, jedenfalls immer einer von der Obrigkeit. Bis zum 19. Jahrhundert war der Nussknacker in der Volkskunsttradition jemand, dem man es richtig gönnte, dass er Nüsse knackte. Einer von „oben“. Die Ausstellung „Volkskunst mit Augenzwinkern“ vereint die besten Exponate zeitgenössischer Volkskunst und lädt zum Berühren, Kurbeln und Ausprobieren ein. Weitere Räume informieren über 800 Jahre Burggeschichte, die Alltagswelt des 17. und 18. Jahrhunderts sowie das Leben des erzgebirgischen Wilddiebs, Geschichtenerzählers und Volkshelden Karl Stülpner. Marionettenfiguren, eine Spielecke und bewegliche Exponate beleben die Ausstellungsbereiche und machen den Museumsbesuch für Jung und Alt unvergesslich. Zum Schluß der Burgbesichtigung stiegen wir noch über eine enge Wendeltreppe auf den Turm um in der warmen Nachmittagssonne die herrliche Aussicht zu genießen, auf das Dorf Scharfenstein und  die modellhaft wirkende Umgebung. Die Wanderung zurück zur Villa Wilisch bot auf  abwechslungsreichen  Wegen durch herbstliche Mischwälder und von Anhöhen aus, noch viele Ausblicke ins Zschopautal. Am letzten Abend  in der Villa Wilisch gab es noch interessante Gespräche und einen Gedankenaustausch zur Lage in unseren Ortsgruppen und wie wir mit unseren Treffen in Zukunft weiter verfahren wollen. Wir waren uns einig, an unserer Treffen festhalten zu wollen. Sonntag, 25.09.2016 Am Sonntag nach dem Abschied von der Villa  Wilisch fuhren wir noch zu einem Besuch nach Thalheim. Ziel war das neue Vereinsheim  auf dem Vereinsgelände des BUND Thalheim und dem Naturschutzverein Zwönitztal. Der Erwerb des neuen Vereinsheims hat eine interessante Vorgeschichte. In der Erzgebirgsstadt Oelsnitz fand im Jahr 2015 die 7.Sächsische Landesgartenschau statt und unserem Thalheimer BUND Freund Bernd Birkigt wurde die  Planung und Ausrichtung dieser Landesgartenschau anvertraut. Nach einer 3jährigen intensiven Planung und Vorbereitung wurde diese Landesgartenschau ein überragender Erfolg. Bernds Sachverstand, sein Organisationstalent und seine ansteckende Begeisterungsfähigkeit waren die Grundlage für den Erfolg. Zu seiner großen Überraschung wurde ihm danach die Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Oelsnitz angeboten und er gewann die Wahl. Das neue Vereinsheim war das Ausstellungshaus des Gartenbauvereins und konnte für seine neue Bestimmung günstig erworben werden. Das Vereinsgelände ein Südhang am nördlichen Stadtrand von Thalheim wurde schon seit der Wende von den Thalheimer Freunden betreut. Die Streuobstwiese hat sich sehr gut entwickelt und die Lage am Waldrand bietet auch für  Greifvögel beste Voraussetzungen. Der Bürgermeister von Thalheim Nico Dittmann ließ es sich nicht nehmen, uns im neuen Vereinheim zum Kennenlerne zu begrüßen. Jürgen Brunner erzählte die Geschichte „ wie der Eisvogel so schön prepariert in das Vereinheim gekommen ist“. Unser Gastgeschenk, der wunderschöne Kalender 2017 von Christoph Bresina „Vögel von Otterfing“ hat hier einen passenden Platz gefunden. Ein gemeinsames „Abschiedsessen“ im Sportpark Thalheim beendete unsere erlebnisreichen Tage im Erzgebirge mit unseren BUND Freunden aus Thalheim.
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